Normalerweise würde ich meinen Artikel mit ‘es ist mal wieder eine ganze zeit her’ anfangen. Aber da es scheint das ich in immer dem selben Abstand mal wieder was in Deutsch schreibe – hier nun: ‘Es ist mal wieder die Zeit gekommen…’ : ) Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Erst mal ganz ganz liebe Grüße an meine Familie, meine Mum! Hallo Tino! Sorry Oma und Opa das ich nicht öfters schreibe. Ich verstehe es selbst nicht so richtig warum ich einfach nicht mal die Zeit finde ein paar Worte zu schreiben! Macht euch aber wirklich keine Sorgen! Dann noch liebe Grüße an meine Freunde. Wir haben so selten Kontakt. Ich hoffe einfach das ihr alle wisst ich denke an euch und ich vertraue darauf das ihr auch ab und an an mich denkt. Auch ganz liebe Grüße an meinen Bruder Mike, was immer du machst, wo immer du dich herumtreibst! An meine kleine Schwester denke ich natürlich auch! : )
Ich weiß gar nicht wann ich das letzte mal geschrieben habe, kann nicht mal beurteilen was ihr wisst von dem was ich so treibe. Vielleicht verfolgt ja der eine oder andere meinen Blog in Englisch oder hört ab und an mal was von jemanden anderen. Keine Ahnung! Ich habe schon ein paar mal angefangen was zu schrieben, aber nie die richtigen Worte gefunden. Vor allem da diese Worte in der Deutschen Sprache so fremd für mich sind. Das letzte mal das ich Deutsch gesprochen habe ist wer weiß wie lange her und das letzte mal das ich in Deutsch gedacht habe – Ewigkeiten! So, da ich wirklich nicht weiß worauf ich aufbauen soll, ich fange einfach mal irgendwo an.
Irgendwann Mitte letzten Jahres gab es da dieses Mädchen – wie üblich eine dramatische Frauengeschichte. Das hat mich schon ganz schön durch-gerüttelt aber irgendwie war es nötig. Damals, schon einige Jahre her, ich war noch viel zu jung um irgendetwas von Liebe zu verstehen hat es mich erwischt und zwar so nachhaltig das ich mit dem ganzen noch Jahre später irgendwie zu kämpfen hatte. Aber irgendwann war auch das vergessen – vergessen ja aber nie wirklich darüber weg gekommen. Viele Aspekte dieser, meiner Jugendliebe haben mich noch lange beeinflusst und irgendwie hat immer etwas gefehlt, ich war unzufrieden, unvollständig, nicht wirklich fähig etwas neues anzufangen. Nun ja, und nach Jahren hat mich nur gestört das ich damals einfach nicht alles gegeben habe. Wieso habe ich es mir erlaubt das diese Geschichte mein ganzes Leben ins Chaos stürzt?? Weil ich es nicht besser wusste! Ich war jung, nicht fähig für mich selbst einzustehen, nicht fähig aufzustehen. Das hätte alles um einiges einfacher gemacht und vor allem nicht so großen Schaden angerichtet. Ich habe mir so lange so viele Dinge vorgeworfen. Aber in den letzten Jahren habe ich dann langsam verstanden. Was hat mir gefehlt? Erst mal Abstand – zwei Jahre in der Armee und ich dachte alles war wieder gut. Falsch gedacht, so dumm kann auch nur ich sein, nach zwei Jahren Freiheit renne ich gleich wieder dort hin wo’s weh tat. Ich wollte cool sein, wollte zeigen wer ich bin, wer ich geworden bin. Doch bin ich gerade erst aus dem Schlaf erwacht, noch immer nicht ganz der der ich zu seien im Stande seien mag. Jeder kennt das, die erste halbe Stunde nach dem Aufstehen… Es hat nicht lange gedauert und ich landete auf dem Boden, im Dreck. Wut! Ja ich war wütend, zwei Jahre harte Arbeit und am ende fühlte ich mich wie ein Nichts. Wut war der einzige Ausweg und ich konnte nur noch schreien.
Ich konnte es ihr einfach nicht erlauben mich mit solchen Gefühlen stehen zu lassen. Eine andere Sache die ich mir nie erlaubt und getraut habe aber ich schon viel früher hatte tun sollen – Streit, ihr dir Meinung sagen, sie beleidigen und so weit gehen wie es mir mein Ego diktiert. Es waren böse Briefe die folgten um mich aus dem Dreck der Nichtigkeit zu wühlen – böse aber auch wahr und nötig. Zum ersten mal konnte ich Dinge zum Ausdruck bringen die mich so lange beschäftigt haben. Es war nicht reiner Hass und Wut, ich denke es war einfach nur eine Befreiung. Jahre als Diener eines schüchternen und feigen Geistes, ich musste realisieren – das bin nicht mehr ich! Ich bin jemand anderes. Ich konnte es mir eigentlich denken – das war das letzte mal das ich etwas von ihr gehört habe. So hat diese Geschichte also ein Ende gefunden und ich war bereit mein Glück in der Welt zu finden. In Ansätzen zumindest. Meine frühen Reiseberichte, immer noch zu finden auf meiner alten Homepage geben eine gute Vorstellung wie es mir da so erging. Dann kam Lucy, gesehen haben wir uns drei tage, geschrieben haben wir fast ein ganzes Jahr. Irgendwie haben wir Romantik, Emotionen, Liebe gesucht und oft gedacht wir haben gefunden aber nach so langer Zeit und so vielen Kilometern – irgendetwas hat doch immer gefehlt. Die einzige Liebe die ich richtig spüren konnte war immer am größten wenn sie mit Schmerzen verbunden war. Dieses leichte unbeschwerte Gefühl – ich suche immer noch danach. Harte Monate auf einem ‘Piratenschiff’ vor der Küste von Afrika und dann Kanada. Große Erwartungen, und dann doch nichts. Arbeiten und einfach irgendwas machen – nichts Besonderes. Bis dann im letzten Sommer – das Mädchen von der Arbeit – Drama. Das war ein kaum zu vergleichendes Hoch und Runter. Es hat mich heftiger durchgeschüttelt als bei Sturm vor Anker außerhalb des Hafens von El-Aaiún in Marokko.
War ich verliebt?? Konnte ich nicht sagen aber dem Schmerzen nach – ganz bestimmt! Doch diesmal wollte ich es wissen. Damals – die Jugendliebe – vor so vielen Jahren, aus meinem Mund kam niemals ein Wort und ich habe nicht einmal versucht in irgend eine Richtung zu gehen – es gab nur Warten – warten das – NICHTS – passiert, und am Ende war ich immer so enttäuscht. Einmal gab’s nen peinlichen Moment als ich mal richtig besoffen war, hab am nächsten Tag von dem ganzen erfahren. Wenn immer sie mal einen zu viel hatte – ich war immer Gentleman. Manchmal frage ich mich – warum aber so bin ich nun mal. Und am Anfang, wenn auch nicht in dem Masse in dem es hätte sein sollen war ich doch auch immer noch meines besten Freundes Freund. So es war schon ganz gut das ich zumindest teilweise einfach nur schüchtern war. Hier in Kanada, Jahre danach, ein Mädchen das zumindest im gleichen Maße schmerzen bereitet. Ich wollte nicht aufgeben, zumindest einmal wollte ich alles geben. Ich wollte den Gedanken in meinem Kopf als richtig oder falsch erweisen das wenn ich alles geben, mit ganzem Herzen, mit vollem Mut und vielleicht auch etwas mehr, dann kann ich dieses Mädchen die Meinige machen, oder eben nicht. Oder eben nicht was das endgültige Resultat. Es gab eine einzige Nacht die uns richtig nahe gebracht hat.
Es war ‘die Nacht’ und neben drei anderen Tagen die beste Nacht hier in Toronto. In gewisser Hinsicht war es ein Wendepunkt in meinem Leben. Auch wenn die Folgen noch kaum bemerkbar sind ich habe es im Gefühl. In dieser Nacht, wieder einmal in meinem Leben kam es zu dem Moment wo ich mit einem Mädchen das ich wirklich mag irgendwo sitze und wieder einmal kam es zu dem Moment in dem ich mir anhören musste wie das Mädchen mir erklärt. Das wir einfach nur Freunde seien sollten und sie meine Gefühle nicht erwidern kann. Eine weitere Femme Fatale mit meinem Herzen in der Hand – vorbereitet es in Stücke zu reißen. Doch ich konnte es einfach nicht zulassen – nicht noch einmal. Sie war fertig mit reden und ich erinnerte mich. Jahre früher, warum auch immer, ich musste ihr einfach recht geben. Ich dachte ‘Wie konnte ich nur so falsch liegen, natürlich war da nie etwas und alles nur in meiner Einbildung’ Hier war ich also wieder. Eine Geschichte die sich selbst immer und immer wieder zu wiederholen scheint, zumindest ihr bestes dafür tut. Mein Teil war es nun mit gebrochenem Herzen davon zu laufen, mir noch ihre Entschuldigung für – NICHTS – anzuhören… Als kleiner erniedrigter Junge hätte ich von nun an neben dieser Frau, doppelt meiner Größe – einer Frau der ich nicht gewachsen bin als unbedeutender Schatten dahinvegetieren müssen. Das Ende der Nacht war so nah – ein paar Minuten länger und sie wäre gegangen – Spannung in meinem Herzen, mein Atem stoppt für einen Moment nachdem ich tief einatmete und die Luft tief in mir halte. Dann bricht es aus mir heraus:
‘NEIN!’ Ich konnte ihr einfach nicht recht geben, so konnte die Nacht nicht enden und das sagte ich ihr auch. Was denkt sie denn was sie mir hier erzählt – jetzt bin ich derjenige der spricht. Und so spreche ich und mit jedem Satz komme ich näher meiner Wahrheit. Ich fühle einfach das meine eigene Vorstellung von der ganzen Sache genau so wahr ist wie die ihre. Jeder Satz kommt näher. Jeder Satz trifft. Ich lasse alles raus und lasse es nicht zu das sie mich weg schickt. I wusste einfach mehr über die Sachen die zwischen uns vorgingen denn sie zugab zu wissen, vielleicht wusste sie es auch einfach nicht. Keine Ahnung. Ich redete lange und mir war egal wo das enden würde so lange ich am Ende meine Gefühle und Gedanken ausdrücken konnte. Nach vielen Worten rückte ich näher an sie heran und forderte sie auf mir ihre Hand zu geben. Was sie nicht getan hat, aber ich wollte das sie es tut, ich wollte das sie weiß wie sie fühlt oder nicht fühlt. Ich sagte ihr das und ich kann hier nicht einmal beschreiben wie sie sich gefühlt hat und wie sie geschaut hat. Es war alles sehr intensiv und ich konfrontiere sie mit all den Dingen in meinem Kopf. Sie hat schon immer gesagt das ich manchmal ein wenig überwältigend auf sie wirke. Ich schaute sie an und sah starke Gefühle, sie schien traurig, aufgebracht und irgendwie schien sie die selbe schmerzhafte Liebe zu fühlen wie ich. Ich dachte schon das das das Ende ist und ich redete einfach nur noch und war kurz davor aufzugeben. Sie war fast wie gelähmt und wusste nicht wie sie regieren sollte als sie mir, fast vorwurfsvoll ihre Hand hinreichte. Ich war ein wenig überrascht, verunsichert und griff vorsichtig ihre Hand. In meinem Kopf startete eine Kettenreaktion, ich war so nervös, ein Feuerwerk in meinem Kopf. ‘Oh mein Gott, ich halte ihre Hand’ Ich hielt ihre Hand, streichelte sie und griff ihre andere. Sie schien so schwach. Es war so ruhig.
Ich wusste das das der Moment war in dem ich sie hätte küssen sollen. Ich schaute in ihr Gesicht und – ich wusste ich hätte sie küssen können aber ich konnte es nicht. Ich habe sie einfach nur angeschaut, sie hat nicht wirklich zurück geschaut, nur manchmal. Sie war wirklich überwältigt, wenn sie mich anschaute da waren Millionen Gedanken in ihren schwarzen Augen. Sie fragte mit schwacher Stimmer warum wir das tun und eigentlich wusste sie die Antwort aber wollte immer noch nicht eingestehen. Ich wusste aber auch nicht richtig. Ich wusste ich hätte sie küssen sollten. Dann brach sie weinend zusammen. Die Gefühle in ihr haben sie nun total überwältigt. Sie hatte einen Freund zu der Zeit, so es war auch nicht ganz fair von mir, zumal der Freund auf einem ganz anderen Kontinent lebt. Sie fing an zu weinen und das einzige was sie sagen konnte war das sie ihren Freund vermisst. Sie vermisste das sie jemand liebt oder ihr einfach nur nahe ist. Von da an…
Es dauerte noch eine ganze Weile bis wir nach Hause gingen, als wir uns verabschiedeten schaute sie mir in die Augen und ich war noch einmal in der Situation. Diesmal wusste ich das sie es mir erlaubt hätte. Aber ich konnte nicht. Irgendwas hat gefehlt. Wir haben uns lange umarmt als wir auseinander gegangen sind in dieser Nacht. Sie hat mich wissen lassen das es heute Nacht zumindest eine Umarmung ist, sie gab mir das Gefühl das war unser Anfang. Die Nacht ging vorüber und dann kam der nächste Tag. Was ist geschehen?
Sie hasste mich, sie fühlt sich von mir betrogen, überwältigt, ich habe ihre Freundschaft und ihr Vertrauen ausgenutzt! Ich habe sie nicht in Ruhe gelassen und hätte nicht verstanden das sie Nein gesagt hat. Wow, das hat weh getan! Ich konnte es einfach nicht glauben. Wir kamen und so nahe und nun waren wir so fern. Wir stritten uns um die Wahrheit, wir stritten für Wochen um die Wahrheit dieser einen Nacht. Es war unglaublich, ich konnte es einfach nicht glauben und habe immer und immer wieder versucht ihr das klar zu machen. Ich habe wirklich alles versucht ihr verständlich zu machen was ich fühlte. Selbst wenn da keine Liebe war, das Wort ist mehr als einmal gefallen. Es war Chaos! Sie redete nicht mehr mir mir und ging mir aus dem Weg. Das hat mich verrückt und verzweifelt gemacht. Zwei Monate und mein Leben war ein Desaster. Mein alter Blog (in Englisch) ist der beste Zeuge dieser Zeit. Nach zwei Monaten dann war sie bereit noch einmal mit mir zu reden und ich war bereit ihr zuzuhören und diesmal nur zuzuhören.
Viele Dinge sind passiert und ich war geschockt wie unsere zwei Welten so unterschiedlich sein konnten. Für mich gab es da eine Liebesgeschichte. Alles was ich in diesen zwei Monaten getan habe habe ich aus Liebe getan – und der Liebe Derivate. Leider war der Zufall nicht immer auf meiner Seite. In einer Nacht habe ich einfach nur gedacht ich sollte Toronto verlassen und nach Vancouver gehen, wo ich sowieso von Anfang an hin wollte. Die Entscheidung war schnell gefallen. Ich habe mich ziemlich ruhig verhalten die Tage vor dieser Entscheidung. Ich hab wohl verstanden aber ich wollte noch einmal mit ihr reden, ich wollte sie wissen lassen das ich gehe. Es war etwa 23Uhr als ich ihr eine Nachricht geschriebene habe, es war anders als die Nachrichten zuvor. Ich wusste es war vorbei und wollte ihr einfach nur ‘good bye’ sagen. Ich schrieb ihr und sagte das ich 23:30 in dem Park warten werde in dem wir uns schon damals getroffen habe. Es war eine dunkle feuchte Nacht, die Straßen leer und ich stand dort am Parkeingang. Ich hab nicht mal damit gerechnet das sie kommen würde als ich sie von unten der Straße hinauf kommen sah. Ich war geschockt und nervös. Wusste nicht was ich machen sollte. Sie schien genau so zu schauen, unserer beiden finsteren Gesichtsausdrücke trafen sich und keiner sagte etwas. Ich stand nur da und schaute sie an während sie näher kam. Sie sagte auch kein einziges Wort. Sie lief die Straße hoch und erreichte den Eingang zum Park, blieb aber nicht stehen sondern lief an mir und dem Park vorbei. Ich konnte nichts sagen und schaute ihr nur hinterher. Ich war wie gelähmt. Sie drehte sich nicht einmal um. Ich hatte keine Ahnung was gerade geschehen ist. Ich ging wieder nach Hause und am nächsten Tag hörte ich die ganze Geschichte von einer gemeinsamen Freundin. Sie hat die Nachricht die ich ihr geschickt habe nicht vor Mitternacht bekommen und auch dann wusste sie nicht wann ich diese geschrieben habe. Sie hatte Angst als sie mich dort gesehen hat, sie war auf dem Weg nach Hause und der Park wo ich auf sie gewartet habe lag auf ihrem Weg. So es war nur Zufall! Ich konnte es nicht glauben.
Als wir das erste mal wieder geredet haben habe ich die ganzen kleinen Geschichten gehört, Zufälle und Dinge die ungünstig zusammen gespielt haben, haben mich immer wieder denken lassen das sie doch etwas empfindet und auf der anderen Seite die selben Zufälle habe sie immer mehr beängstigt. Am Ende haben wir wirklich in zwei verschiedenen Welten gelebt. Am Abend bevor wir redeten habe ich das ganze unserer gemeinsamen Freundin erzählt und sie war geschockt als sie meine Seite der Geschichte gehört hatte. Es war wirklich wahr, sie wusste das ich die Wahrheit gesagt habe, sie sah nun die Liebesgeschichte auf meiner Seite und den beunruhigenden Horror auf der anderen. Sie musste sofort das Mädchen anrufen und sagte mir das es schon fast zu spät ist. Zu spät für was? Ich wusste nicht wovon sie gesprochen hat.
Als wir – das Mädchen, unsere gemeinsame Freundin und ich dann zusammen kamen um uns auszusprechen war ich einfach nur geschockt. Ich erfuhr das sie die ganze Zeit so verängstigt war das sie sogar schon mir unseren Managern geredet hat und Dinge in die Wege geleitet wurden die mir das Leben recht schwer gemacht hätten. Ich war einfach nur sprachlos. Am nächsten Tag sind wir beide zu unserem General Manager gegangen und haben unsere Situation erklärt. Wir mussten ihm erklären das da ein großes Missverständnis zwischen uns war und das leider auch nicht jeder behilflich dabei war dieses Missverständnis aus dem weg zu räumen. Weder wir selbst aber auch nicht so manche von meinen und ihren so genannten ‘Freunden’ haben da immer geholfen die Situation besser zu machen. Manche schienen ihren eigenen Nutzen daraus zu ziehen das Mädchen in ihrer verängstigen Welt zu lassen. Aber von diesem Tag an alles war anders. Einfach nur reden ist alles was wir gebraucht hatten.
Wir haben noch lange zusammen gearbeitet aber nicht wirklich miteinander geredet. Von da an war alles wie es normalerweise läuft wenn ‘sie’ ‘NEIN’ zu ‘ihm’ sagt. Ich musste mehr und mehr feststellen das sie einfach nur nervend ist und gar nicht mein Typ, und sie? Keine Ahnung was sie danach gedacht hat. Ich bin dann doch nicht nach Vancouver gegangen. Vor allem einer meiner Manager hat mich davon abgebracht als er wie ein guter freund, fast wie ein Vater mit mir ein persönliches Gespräch geführt hat. Alles hat sich mit der Zeit wieder normalisiert. Ich habe das Internet gemieden und mich zum ersten mal seit vielen vielen Monaten, mittlerweile schon Jahren wieder ausgiebig mit mir selbst beschäftigt. Ich habe wieder einmal auf mein Leben geschaut und langsam wieder angefangen daran zu arbeiten. Und ein erster Schritt war – meine neue Kamera! Ich habe wieder angefangen zu malen, zu fotografieren, ich schreibe jeden Tag so was wie ein Tagebuch, ich schreibe alles mögliche. Ich nenne die ganze Drama nur noch ‘Situation’ – Seit dieser Situation also war ich fähig Dinge anzupacken die ich nicht zu Stande gebracht habe als ich gerade erst in Kanada angekommen bin. Ich hatte so viele Ideen und große Erwartungen doch diese hatten sich schnell in Luft aufgelöst und mit dem Verkehrsabgasen der Stadt vermischt. Doch diese Situation schien eine Wiedergeburt, etwas vollständig neues. Vielleicht habe ich das gebraucht.
Meine Motivation, Inspiration und Kreativität – alles zum Maximum getrieben in den Monaten mit dem Mädchen scheint anzuhalten – eher weiter zu wachsen. Es ist einfach anders. Klar es ist nicht immer perfekt. So gab es Momente in denen ich einfach mal ‘nein’ zu so mancher Freundschaft sagen musste. Ich musste feststellen das einige der Freunde die ich hier gemacht habe einfach nicht die richtigen sind. Das lässt einen schon mal einsam fühlen, zumindest für eine Zeit aber dann kommt man darüber hinweg und so langsam lerne ich Menschen kennen die mir mehr entsprechen. Ich vermisse meine Freunde zu hause! Ich glaube man wird nie Freunde finden wie die die man zu Hause hat, die mit einen so viel durchgemacht haben. Die noch wissen was Freundschaft überhaupt ist. Hier, um ehrlich zu sein Freundschaften sind ‘disposable’ – wegwerfbar. (Aber definitiv nicht dispensable!) So das Leben geht weiter im wechselnden Hoch- und Tiefgang. Vielleicht habt ihr meine neusten Bilder gesehen. Sehr gewagt und fragwürdig. Vor allem wenn man sich nicht die Mühe macht den Hintergrund zu verstehen. In gewisser Hinsicht ist es für mich eine kreative Art mit all dem umzugehen was mir in der ‘Situation’ widerfahren ist. Es gab eine Zeit als ich fast beleidigt war wie sie nur so dumm seien konnte, so blind und ihren Gedanken – so wie so manchen Freunden erlaubt hat mich als solch eine schlechte, sogar bedrohliche Person zu sehen. Sie wusste ich war kreativ mit meinem Worten und sie wusste immer das wenn ich Sätze in meinem Blog schreibe wie ‘etwas erledigen’ ‘etwas zu Ende bringen’ das ich nicht vorhabe jemanden weh zu tun. Wenn ich schreibe ‘erledigen’ dann um meine Gedenken aufzuräumen und das einzige was ich ‘zu ende bringe’ war die Situation und nicht ein leben. Sie hat mir sogar gesagt das sie selbst das immer richtig verstanden hat – sie wusste immer genau was ich in meinem Blog gemeint habe, sie war die einzige die die meisten meiner Worte Verstand und deswegen habe ich sie so geschätzt, schätze ich sie heute noch ein wenig wenn ich zurück denke. Aber ihre Freunde und ein paar andere hatten ihren ‘Spaß’ aus jeder Zweideutigkeit das aller schlimmste zu lesen. Selbst wenn sie mich immer verstanden hat, ihre Freunde hätten mich gerne als Mörder gesehen. So deswegen, meine neue Fotoserie. Ich habe längst vergessen aber finde es angebracht auf diese Weise nachträglich auf dieses Fehlverhalten so mancher aufmerksam zu machen. Auch wenn es mehr einem ausgestrecktem Mittelfinger gleicht! Das ist alles was ich brauche und das ist wie weit ich gehen würde: Ich finde ein Modell, bearbeite sie mit einem halben Liter Kunstblut und mache Fotos von ihr während sie in der Badewanne gegen eine imaginäre Person kämpft. Das der der ich ich schon immer war und der ich wohl auch immer bleiben werde. Für mich definitive genug! : ) So keine Sorge – Oma und Opa usw. – ich brauche ein Ventil um meine Gedanken auszudrücken und Fotografie sowie Schrieben ist genau das Richtige. Nur so falls es jemanden interessiert, die eine Person die ihr am meisten angst vor mir gemacht hat und die ganze zeit als ihr (unnötiger) Beschützer da gewesen ist ist jetzt mit ihr zusammen. Was solls! Es war es alles wert.
Zum ersten mal habe ich für eine Liebe gekämpft, bis zum letzten – bis es fast zu spät war und ich meinen Job verloren hätte und sogar in noch viel größere Probleme geraten wäre – in einem Land in dem ich nur Gast bin. So kann ich zumindest von nun an sagen – Ja ich habe einmal alles gegeben, ich habe ein ‘nein’ nicht akzeptiert und vor wenigen Jahren habe ich all das aus mir raus gelassen was ich raus lassen musste. So langsam ist mein Ego zufrieden und ich habe repariert was eine Femme Fatale die nicht mal eine war angerichtet hat. Ich war doch nur jung und unerfahren, selbst einer zahmen Hauskatze währe ich zum Opfer gefallen.
Aber wie gesagt, die eine habe ich nie wieder gesehen und das Mädchen sehe ich auch kaum noch, mittlerweile kann ich sie sogar wieder leiden. Ich komme sogar mit dem Typen klar der dafür gesorgt hat das alles im Chaos versunken ist. Lustig ist ich kann ihn gerade deswegen leiden weil es immer cool ist mit ihm über irgend welche Geschehnisse zu reden- am Ende kann ich ihn genau aus dem Grund leiden das er selbst aus kleinen Geschichten interessante Abenteuer macht.. Hahaha – wie ironisch. Manchmal aber bin ich schon noch wütend – eine recht normale und gesunde Reaktion denke ich. -Oh well!
Ich wusste am Anfang nicht wo ich anfangen soll und über was ich eigentlich reden mag. Jetzt hab ich hier ununterbrochen über fünf Seiten geschrieben und es ist zeit für einen Lebensmitteleinkauf.. Ich habe Hunger! Ich vermisse auch wirklich! Mein bester Freund, ich hoffe wirklich das du genau so denkst wie ich und unsere Freundschaft einfach nicht so vieler Worte braucht. Ich hoffe das es nie zu spät sein wird zurück zu kommen – oder besser gesagt zu Hause an zu kommen. Ich glaube immer noch das wenn ich wieder da bin es wird nicht zu spät sein – es wird genau im richtigen Augenblick sein! Ich hoffe irgendwann mal wieder was von meinem Bruder zu hören der mir so fern ist wie vor vielen Jahren einmal. Ich hoffe dir geht es gut!
Bis bald mal wieder!!
Euer Marco
PS: Die vier besten Tage in Toronto, einen kennst ihr jetzt ja schon.
#2 Dann gab es den kalten und unten herum recht frischen: ‘No Pants Subway Ride’-(Winter)Tag. Was für ein Abenteuer!
#3 Der nächste Tag war der Samstag vor ein paar Wochen als ich die Bilder gemacht habe. Einfach ein einmaliges Erlebnis.
#4 Und der letzte Tag… war der Tag als ich mit meinem Mitarbeiter Tom in einem Bus nach Mississauga saß. Ein absolut erwähnenswerter Tag der es nur auf meine Liste geschafft hat weil Tom in dem Moment als ich ihm von mein besten Tagen erzählt habe nur gesagt hat „and today!“ Ich sagte okay und von nun an muss ich immer von diesen außergewöhnlichen Tag in einem Bus in irgend einem Industriegebiet berichten wenn ich über die besten Tage in Toronto erzähle…. Vielen Dank Tom!! ; )
La vida es buenna!



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